Philosophische und mathematische Probleme

Manfred Hörz
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Bedürfnistheorie

Es folgt eine kurze Zusammenfassung der Skizze einer Bedürfnistheorie (PDF), der matrialen Bedürfnistheorie (mathematisch) (PDF), der patrialen Bedürfnistheorie (philosophisch) (PDF) und der tekialen Bedürfnistheorie (philosophisch) (PDF)

Philosophische Bedürfnistheorie

1. Was haben Raum und Zeit mit Bedürfnissen zu tun?

Raum ist vorgestellte Umwelt und wir sind das Zentrum dieser Umwelt. Meine These: In der vagen Erinnerung an das vorgeburtliche Sein, an unsere uterale symbiotische Welt und dem Bedürfnis nach deren Wiederherstellung liegt der Grund für die Konstruktion dieser primären symbolischen Räume.

Der Prototyp der Zeit - so meine weitere These - ist die Geburt, die Trennung des Kindes von der uteralen Mutter, die das Bedürfnis hervorruft. Vgl. Etymologie von Zeit/time = Trennung, Abschnitt.

Der Zusammenhang von Raum und Zeit wird dadurch auch deutlich: Die Situation des Behagens (= partielle Integration zum symbolischen offenen Raum) wird durch den Schnitt (Zeit, sekundäre Geburten) beendet, begrenzt und erzeugt so einen neuen Raum, einen komplexen "gebrochenen" Zeit-Raum - die Situation des Unbehagens - bis er wieder integriert wird in einen weiteren offenen Raum - der nächsten Behagens-Situation. Zeit wird so zum Takt der Raumwechsel einerseits und andrerseits zum Inhalt spezieller Räume, der Räume der Unbehagens-Situationen.

2. Selbst klassische Begriffe wie bspw. Recht, Moralität, Freiheit sind nicht nur nicht unabhängig von dem Bedürfnisbegriff, sondern geradezu aus ihm logisch ableitbar.

Zentrale These zu Bedürfnis in diesem Zusammenhang: Bedürfnisse hat man nicht (kein Faktum, kein Sein), es sind zwischenmenschliche Ansprüche. Recht bzw. Moral wird so aus dem Bedürfnis (des Anderen) ableitbar, betrachtet man noch, dass dies nur unter Perspektivenwechsel der beteiligten Personen möglich wird. Dadurch hebt sich der Hume'sche Einwand in Wohlgefallen auf, da Bedürfnis selbst schon normativ ist.

3. Auch bei der Ausbildung der Wahrnehmung und der Identität (und deren Problembehebung durch Psychotherapien bei entsprechenden Störungen) spielt das Bedürfnis eine zentrale Rolle.

Hier eine schematische Übersicht über die Entwicklung von Bedürfnissen und Bedürfnisarten und ihren Korrelaten:

Die "jenseitige" u-Welt, die uterale Mutter-Kind-Symbiose (sozusagen das platonisch Gute) wird mit der Geburt zur "diesseitigen" n-s-Welt, der Aufeinanderfolge von Trennung und (religiöser) Sehnsucht nach Wiedervereinigung. Der hier entstehende Rhythmus von Unbehagens- und Behagenssituationen leitet die Entwicklung von matrialen Bedürfnissen und den Korrelaten Raum, Zeit, Präobjekt , Präsubjekt etc. ein (Primärstadium). Durch Ausdehnung der Unbehagenssituationen entstehen Zwischensituationen (Mittelsituationen), die Handlung, Vernunft, Logik, Sprache etc. aufbauen und damit einhergehend die zweite Bedürfnisgattung, die patrialen Bedürfnisse erzeugen. Parallel dazu entsteht durch Perspektivenwechsel die dritte Bedürfnisgattung, die tekialen Schöpferbedürfnisse.

Erfolg kann ein solches Unternehmen nur haben, wenn man sich bemüht, zunächst eine nicht triviale angemessene Definition des Bedürfnisses zu geben. Die primäre 'Definition' vollzieht sich im matrialen Stadium im Wechsel der Unbehagens-(γ) und Behagens-(π)Situationen selbst.

Behagenssituationen sind nur relativ, da die Sehnsucht nicht gestillt werden kann (jenseitig bleibt): das Kind kann nicht wieder zum Fetus werden. Dieser Mangel an Qualität wird durch Quantität ersetzt: Die relativen Behagenssituationen werden im Gedächtnis des Kindes zusammengelegt, vereint und bilden einen Kern, ein Schema, das des "Gemeinsamen" dieser Situationen heraus (im Bild als Schnittmenge symbolisiert): in der nächsten Unbehagenssituation (γ3) wird der Kern p2 der bisherigen Behagenssituationen als neue Behagenssituation (π3) erwartet: das Bedürfnis nach p2 ist geboren. (Man beachte die iterative Struktur und in gewisser Hinsicht die "Selbsterzeugung" des Bedürfnisses.)

Skizze einer Bedürfnistheorie (PDF)
Patriale Bedürfnistheorie (PDF)
Matriale Bedürfnistheorie (mathematisch) (PDF)
Tekiale Bedürfnistheorie (PDF)

Spezifischere Untersuchungen sollen in Einzelartikeln erscheinen, die ich hier schon einmal nennen möchte (noch nicht alle verfügbar):

Bedürfnis und Ethik/Recht/Gesellschaftstheorie (PDF)
Bedürfnis und Ästhetik (PDF)
Bedürfnis und Semiotik (PDF)
Bedürfnis und Raum-Zeit (PDF)
Bedürfnis und Endlichkeit (PDF)
Geschichte der Philosophie (unter bedürfnistheoretischer Perspektive) (PDF)


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